Sonntag, 18. November 2018
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Atemschutz-Notfallkonzept Landkreis Kelheim 2018

Abensberg, 28.09.2018

Um ein einheitliches Vorgehen der Feuerwehren mit Atemschutzgeräteträgern im Landkreis bei Atemschutz-Notfällen zu trainieren, bietet die Feuerwehrführung des Landkreises seit Jahren einen zweitägigen Lehrgang zu diesem Thema an – diesmal konnten auch zwei Atemschutzgeräteträger der Freiwilligen Feuerwehr Ihrlerstein daran teilnehmen.

Während des theoretischen Ausbildungsteils wurde uns erschreckend verständlich aufgezeigt, wie viele Feuerwehrangehörige jedes Jahr bei Brandeinsätzen verletzt bzw. getötet werden – viele von ihnen waren als Atemschutzgeräteträger im Innenangriff eingesetzt. Die Aufarbeitung einiger Atemschutz-Notfälle, die u. a. auch bei Kameraden benachbarter Feuerwehren geschehen sind, diente hierbei als wichtige Lessons-Learned Grundlage und vermittelte uns sofort, dass diese auch jederzeit bei uns so hätten geschehen können.

Bei diesem Lehrgang ging es ausschließlich um die Selbstrettung des eingesetzten Atemschutztrupps bzw. dem Einsatz als Sicherungstrupp zur Rettung von Kameraden aus Notlagen bei Brandeinsätzen.

Wichtige Überlebenstechniken wurden erst theoretisch besprochen und anschließend im praktischen Teil unter Nullsicht durchgeführt:

  • Maskenwechsel bei einem verunglückten Kameraden
  • Hangout als letzte Überlebenstechnik
  • Schwimmtechnik beim Einhängen in herabhängende Stromleitungen oder Seilen
  • Unterdrückung des Reflexes, die Maske zu entfernen, bei plötzlichem Stoppen der Luftzufuhr
  • Einsatz des Rettungstuches und der Atemschutz-Notfalltasche
  • Kommunikation und Sicherstellung einer koordinierten Atemschutzüberwachung
  • Unterscheidung zwischen Crash-Rettung und patientengerechte Rettung

Schnell wurde allen Teilnehmern bewusst, dass hier nur regelmäßiges Üben den gewünschten Erfolg garantieren kann. Beim Nachdenken zum Thema kann ich retten - bin ich zu retten wurde schnell klar, wo die Herausforderungen, aber auch die körperlichen bzw. technischen Grenzen liegen.

Ein weiterer Themenblock war die Notwendigkeit einer abgestimmten und richtigen Vorgehensweise der Einsatzleitung bei Atemschutz-Einsätzen. Auch hier wurden einige Atemschutz-Notfälle aufgearbeitet, bei denen nicht das Verhalten der eingesetzten Atemschutz-Trupps, sondern die Koordination an den Einsatzstellen, zum Atemschutz-Notfall geführt haben:

  • vorausschauendes Öffnen von Kellerabdeckgittern in Kellern als Rettungsweg
  • allseitige Rettungswege durch Anleitern
  • Vermeidung der Löschwasserzufuhr von außen durch Fenster wg. der enormen Wärmebelastung durch Wasserdampf im Inneren
  • ausreichende Anzahl von Atemschutzgeräteträgern sicherstellen
  • Ausstattung sicherstellen (Wärmebildkamera für Sicherungstrupp)
  • ausreichende Erkundung im Vorfeld

Die Feuerwehr Ihrlerstein bedankt sich bei allen Ausbildern, geleitet vom KBM Atemschutz Manfred Albrecht, die an diesen beiden Tagen einen, für uns sehr lehrreichen und interessanten, Lehrgan gestaltet haben.

"Passt auch EUCH auf!", war das abschließende Credo von den Ausbildern – und das trifft das Thema Atemschutz-Notfallkonzept wohl am treffendsten.

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